Roe Rainrunner

Rainrunning at its finest

08 | Eigenschutz

3 Kommentare

Vielleicht habt ihr schonmal davon gehört: Ein Windows-Computer soll innerhalb von zwölf Sekunden am Netz mit Viren, Trojanern, Würmern, Spy- und sonstiger Malware verseucht sein.
Gerüchten zufolge sollen Windows-Computer sogar die völlig ungeschützte Nutzung von Pornoseiten zugelassen haben!
Mein Liebling wird trotzdem immer Windows XP bleiben. Warum? Weil man wenigstens hier immer einen festen Arbeitsplatz hat!

Kurz vor einer Windows-Neuinstallation machte ich mich auf in die unendlichen Weiten des Cyberspace, auf der Suche nach einer geeigneten Firewall. Angeblich ist ja immer alles so einfach. Hier mal schnell Download klicken, dann dort Doppelklick und es installiert sich völlig alleine. Konfigurieren muss man natürlich auch nichts mehr.

Denkste! Nachdem ich die Glasgoogle etwa 30 Minuten verzweifelt nach einem Download befragt hatte, wurde ich auf einer Seite mit mehr Werbung als Inhalt endlich fündig. Theoretisch hätte es dann losgehen können. Aber nein…
Schaltfläche: „Hier gehts zum Download.“ (klick)
Neue Seite: „Download von Firewall.“ (klick)
Weitere Seite: „Wählen Sie Ihr System aus.“ (klick, klick)
Dialogfenster: „Wählen Sie Ihre Datenverbindung aus, um die optimale Download-Rate zu erhalten.“ (klick)
Noch eine Seite: „Stimmen Sie bitte den Nutzungsbedingungen zu.“ (klick)
Noch eine: „Beachten Sie bitte unsere Sponsoren.“ (aufmerksam beachte)
Schaltfläche: „Hier gehts zum Download.“ (klick)
Und wieder Startseite! WAAAAAAAAAAAAAAAH!!!

Nachdem ich meinen Beruf, meine Hobbies und die Farbe meines Slips angegeben hatte, konnte es dann tatsächlich losgehen.

Die nächste Hürde: Die Installation. Und immer diese Frage nach Administratorenrechten… Das ist mein Computer, den ich mit meinem hart verdienten Geld erworben habe. Ich bin mit dem einzigen Benutzer angemeldet, den ich selbst eingerichtet habe. Der Benutzer hat alle nur denkbaren Berechtigungen. Was will es denn noch?

Danach der übliche Befehlsmarathon:
„Wählen Sie die Partition.“ (klick)
„Möchten Sie dieses Programm wirklich ausführen?“ (klick)
„Wählen Sie die Art der Installation.“ (klick)
„Geben Sie an, wohin installiert werden soll.“ (klick)
„Sind Sie sich bei der Auswahl sicher?“ (klick)
„Bitte geben Sie an, ob konische Kreise mit ringförmigen, expotentialen Zahlen in der Quadratwurzel die Potenz einer binären Formel ergeben.“ WAAAAAAAAAAAAAAAH!!!

Liebe Softwarehersteller. Ihr wisst doch genau, dass ein Standard-Benutzer nicht einmal weiß, was eine Partition ist. Und ihr wisst auch genau, dass Benutzer entweder irgendetwas anklicken oder die Standardeinstellung drinlassen. Wieso also dieser Fragenkatalog?!

Gut. Endlich. Es ist geschafft. Das heiß ersehnte Programm-Icon der Firewall taucht auf dem Desktop auf.
Jetzt aber endlich mit dem Computer online gehen. Sicher, geschützt und gefühlsech… ach nein, das war was anderes.

Erste Meldung: „Das Programm ‚Firefox‘ erbittet Online-Zugriff. Gestatten?“ Uh, der Internet-Browser will ins Internet. Wie gefährlich… (klick auf Button „Ja, darf“)
Zweite Meldung: „Bedrohung festgestellt: Das unbekannte Programm ‚Internetverbindung‘ erbittet Online-Zugriff. Gestattung nicht empfohlen!“ Äh, doch, bitte! (klick auf Button „Ja, darf“)
Weitere Meldung: „Bei ‚Internetverbindung‘ handelt es sich um eine unsichere Verbindung. Das Programm wurde entgegen Ihrer Auswahl gesperrt!“
FLUPP offline.

Es ist mir übrigens nicht gelungen, ‚Internetverbindung‘ von der schwarzen Liste der bösen Malware herunterzubekommen.
Es mag sicherlich gut sein, die Benutzer schützen zu wollen. Aber Abstinenz ist nun wahrlich keine Lösung…

Meine präferierte Firewall hätte laut Werbung ein Super Hyper Intelligent Tool sein sollen.
Die Abkürzung ist wohl treffender: SHIT.

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Autor: roerainrunner

https://roerainrunner.wordpress.com

3 Kommentare zu “08 | Eigenschutz

  1. Jaja… den Feuerfuchs mag Microschrott nicht, dass durfte ich auch schon feststellen…. das liegt daher nicht zwingend an der Firewall 😉
    Aber sehr lustig zu lesen, dass Andere auch solche Probleme haben ^.^

    Gefällt 1 Person

  2. du schreibst das schön aus der Sicht eines PC-Noobs bzw. PC-Standardnutzers, obwohl du eigentlich nen Spezie bist 😉 Leider ist es tatsächlich so, das Anwenderfreundlich anders ist. Die private PC-Hilfe lässt grüssen, wenn der Freund anruft und meint „Mein PC geht nicht mehr. Ich hab nichts gemacht“ und man weiss genau: ER hat nicht aufgepasst und einfach auf WEITER geklickt. Da steckt bestimmt ne Masche dahinter, damit man öfters die kostenpflichten Hotlines zur Hilfestellung anruft 😀

    Gefällt 1 Person

    • Eben. Aber wenn die Profis schon nicht klarkommen und genau aufpassen müssen, kannste es von normalen Anwendern schon zweimal nicht erwarten.
      Ich glaub auch, das ist eine Masche der IT-Branche, ihre eigenen Arbeitsplätze zu erhalten 😀

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