Roe Rainrunner

Rainrunning at its finest

83 | Fliegender, äh kriechender Wechsel – Teil 1: Alterskranke Zwei(t)wohnungsbesitzerin

45 Kommentare

Die treuen Leser wissen: Ich durfte die Freuden eines Umzugs über mich ergehen lassen.
Je älter man wird, desto schwerer fällt einem das Umziehen. Nicht, weil man an körperlicher Fitness einbüßt. Sondern weil man die jugendliche Sorglosigkeit abwirft und von einer Krankheit befallen wird, die unter Fachleuten als „Verantwortungsbewusstsein“ bekannt ist: Man plant, organisiert und denkt tatsächlich nach.

Mit Anfang 20 war ich in eine Wohnung gezogen, die bei oberflächlicher Betrachtung keine Stromzufuhr besaß. Ich zuckte mit den Schultern. Immerhin war Sommer, da hatte man von 06:00 Uhr bis 22:00 Uhr Tageslicht und für das fensterlose Bad konnte man ja eine große Stumpenkerze nutzen („Kacken mit Kerze – Ein Coming-of-Age-Roman von Roe Rainrunner“).
Als Erwachsener, verantwortungsbewusster Mensch verfügt man vor allem über eines: Ansprüche. Wäre ich mit Anfang 30 in derselben Situation gewesen, hätte ich im Internet nach Akku- oder solarbetriebenen Leuchten recherchiert, davon ein ganzes Rudel erworben und sie in der gesamten Wohnung an strategisch sinnvollen Stellen positioniert. Kurzum: Das Hauptsymptom von „Verantwortungsbewusstsein“ ist der totale Verlust von Lässigkeit.

Als an „Verantwortungsbewusstsein“ Erkrankte hatte ich bereits nach der mündlichen Zusage, die Wohnung zu erhalten, diverse Pläne und Checklisten aufgestellt: Einen Umzugsplan, in dem alle zu erledigenden Aufgaben aufgeführt waren. Einen Finanzplan, in dem alle zu erwartenden Kosten aufgeführt waren (mit einer komplizierten Excelformel, die zum Sparplan verlinkte, damit man in Feld Q84 sehen konnte, ob die zu erwartenden Renovierungs- und Umzugskosten überhaupt vom liquiden Vermögen gedeckt würden. Nicht, dass es noch anderes Vermögen gäbe oder mein finanzieller Besitz den Begriff „Vermögen“ verdient hätte…). Des Weiteren eine Liste von Menschen, die bereit waren, mir Umzugskartons, Akkuschrauber, Malerutensilien und Spezial-Werkzeug auszuleihen. Ebenso hatte ich einen Einrichtungsplan erstellt, der dafür sorgen sollte, dass ich die Möbel nicht versehentlich an der Decke aufbaute. Und natürlich einen Abstellraum-Lage-Plan, nunja, weil das zweite wichtige Symptom von „Verantwortungsbewusstsein“ extremer Kontrollwahn gepaart mit dem Verlust von Selbstvertrauen ist (äußert sich darin, dass man lauthals mit sich selbst schimpft, weil man etwas vergessen hat und daher als Strafe ohne Nachtisch ins Bett muss).

Am Tag der Mietvertragsunterzeichnung dachte ich mir daher nicht: ‚Hey, du hast die Wohnung, juhuuu!‘, sondern nur: ‚Gott sei Dank hab ich die ganzen Pläne nicht umsonst aufgestellt!‘ Das Planen und Organisieren wurde danach natürlich umgehend fortgesetzt, denn längst waren noch nicht alle Renovierungsarbeiten geklärt.
Ungeklärt blieb nach Vertragsunterzeichnung weiterhin die Frage des Übergabe-Termins: Vormieterin war hochschwanger und sollte Anfang April ein kleines Mädchen bekommen, die Wohnung war zu Ende April gekündigt. Des Weiteren besaß der illegal in der Wohnung lebende Untermieter noch gar keine neue Bleibe.
Offenbar hatten die Menschen in diesem Stadtviertel sich noch nicht mit „Verantwortungsbewusstsein“ angesteckt…

In der letzten Aprilwoche erhielt ich eine hochoffizielle E-Mail, die mir mitteilte, dass die Wohnungsübergabe am Freitag, 27.04. zu 09:00 Uhr stattfinden würde. Dieser Termin wurde nicht etwa mit mir abgesprochen, nein ich wurde lediglich darüber informiert und hatte meine Existenz entsprechend auszurichten. Mein Erboßtsein hierüber wurde von der Freude überdeckt, die Wohnung vor dem langen Wochenende zu erhalten; die Genossenschaft hatte am Montag, 30.04. nämlich Brückentag und bei einer späteren Übergabe hätte ich vier freie Tage verloren.

So trabte ich an besagtem Freitag gutgelaunt, wenn auch mit sorgenvollen Vorahnungen (wir erinnern uns: Hänsel und Gretel hatten das Knusperhäuschen ziemlich angeknabbert…) zum neuen Wohnort, klingelte und erhielt Einlaß. Vormieterin war nicht anwesend, da die neue Erdenbürgerin sich mit ihrem Erscheinen wie erwartet bis Mitte April Zeit gelassen hatte. Dafür stand Freund im Wohnzimmer, in dem ich überraschend keinen Estrich erblickte, sondern grünliches 70er-Jahre-Linoleum. Wohlerzogen galoppierte ich mit aufgesetzt höflicher Miene und ausgestreckter Hand auf Freund zu, wurde hinter dem Flur aber jäh gestoppt, als es unter mir schmatzte. Mit noch immer ausgestreckter Hand, aber entgleisten Gesichtszügen blickte ich irritiert nach unten, um den Urheber der sonderbaren Geräuschkulisse zu erspähen. Freund lächelte verschmitzt und meinte: „Ja, ähem. Wir sollten ja den Teppich entfernen. Darunter kam eine mehrere Millimeter dicke Schicht Teppichleim zu Tage, die wir nicht entfernt bekamen.“ Ich schaute genauer: Auf dem grünlichen Linoleum war eine gelb-beige-braune Schmierschicht. Ich tappste testweise herum. „SCHMATZ, SCHMATZ, SCHMATZ!“ Meine Gedanken brüllten: ‚Ey, is doch nich wahr, oder?! Man zwingt das Pack, seinen vor Dreck stehenden Mist-Teppich zu entfernen, damit die Lage besser wird und dann DAS?!‘ Bevor mir irgendein (empörter) Kommentar entwich, ging die Türklingel: Die Genossenschaftsvertreterin traf ein. Sie schritt den Flur entlang und… „SCHMATZ, SCHMATZ, SCHMATZ!“ – „Äääh?!“ – „Jaaa, hehe…“ Sie ließ sich nicht beirren, packte einen Berg Formulare auf die Anrichte und legte ein offizielles Gesicht auf. Ich schmatzte derweil durch die Wohnung und schaute mir alles an: Die völlig versaute Toilette war mit Gardinenbleiche-Pulver überschüttet worden. Scheinbar hatte jemand die Hoffnung gepflegt, jahrelang festgesetzten Urinstein und Kot damit entfernen zu können, bzw. bei Misserfolg wenigstens eine farbliche Anpassung der Verschmutzungen ans Porzellan zu erreichen… Ich seufzte voller Verzweiflung und Ekel, stellte sicher, nichts im Badezimmer zu berühren und überlegte, ob ich mich während der Putz- und Renovierungsphase eventuell im nahegelegenen Baumarkt erleichtern könnte…
Ich schaute weiter: In Flur und Küche waren Böden und Fußleisten mit einer beige-braunen Schicht aus Staub, Katzenhaaren und Dreck bedeckt. Dies galt ebenfalls für Lichtschalter, Gegensprechanlage, Fenster- und Balkongriffe. Die hölzernen Wohnungstüren hatten undefinierbare bräunliche Spuren, ich glaubte aber, einige eingetrocknete Popel erkannt zu haben. Alle Wände und Decken wiesen nicht nur eine extrem hohe Anzahl von Bohrlöchern auf, sondern besaßen immer noch die zugehörigen Dübel und Schrauben. Ich ärgerte mich schwarz: Wenn man seinem Vormieter schon großzügig die Abschlussrenovierung erlässt, könnte er sich doch wenigstens die Mühe machen, Schrauben und Dübel zu entfernen und die Wohnung gründlich zu säubern!? Ich wusste gar nicht, was mich mehr irritierte: Der Zustand der Wohnung oder dass die Genossenschaftsvertreterin diesen ohne mit der Wimper zu zucken hinnahm! Mir verschlug es die Sprache.
Ich ging weiter und versuchte, mir einen Überblick über die Lage zu verschaffen: An einem Fenster befand sich aufgeklebtes Klettband, an dem wohl einst Gardinen befestigt gewesen waren. Auf der Schwelle der Balkontür pappte doppelseitiges Klebeband vom früheren Outdoor-Teppich. Wie ich diese Klebe-Reste entfernen sollte, ohne mit chemischen Reinigern den Untergrund zu beschädigen, war mir ein Rätsel. Dies hatte ich offenbar doch laut ausgesprochen, denn die Genossenschaftsvertreterin meinte: „Da kaufen Sie sich einfach Kunststoffreiniger, dann fließt der Dreck so runter, werden Sie schon sehen.“ Ich starrte sie mit offenem Mund an und dachte mir: ‚Wieso sagt sie das MIR und nicht den Vormietern?!‘ Währenddessen hatte ich den Fehler gemacht, im Wohnzimmer stehenzubleiben. Als ich nun weitergehen wollte, klebte ich bereits am Boden fest. „Hrmglgml!“, machte ich und riss angestrengt den linken Fuß hoch, bis sich die Schuhesohle langsam mit einem „SCHMMMMMMAAAAAATZ“ vom hartnäckig an ihr saugenden Fußboden löste. Ich wusste nicht, ob ich heulen oder schreien sollte. Meine Gedanken brüllten: ‚LAUF, SOLANGE DER DRECK DEINE LUNGEN NOCH NICHT VOLLSTÄNDIG ZERSTÖRT HAT! SCHNELL RAUS HIER! LAAAUF!!‘ Weinerlich entgegnete ich: ‚Geht nicht. Erstens haben wir den Mietvertrag schon unterschrieben und der verpflichtet nicht nur den Vermieter, sondern auch mich. Und zweitens ist „Laufen“ bei diesen Bodenverhältnissen sowieso unmöglich!‘

Die Genossenschaftsdame, Freund und ich begutachteten als nächstes die externe Abstellkammer, die als Keller-Ersatz diente. Die Tür klemmte und als ich sie endlich aufbekam, erblickte ich einen wie mit Zement ausgegossenen Raum. Ich suchte den Lichtschalter. Es gab keinen. Die Genossin kommentierte: „Der Korridor hat Lampen und das Licht fällt auch in die Kammern“, ihr Tonfall klang aber eher wie: ‚Sie müssen bei Dunkelheit ja nicht da reingehen!‘ Auf dem Boden des Räumchens befanden sich bräunliche Flecken, die mich stark an das Badezimmer erinnerten. Die Vormieter hatten ganze Arbeit geleistet, hier war wirklich nichts saubergeblieben!

Wieder zurück in der Wohnung, teilte die Genossin dem Vormieter mit, dass er die kaputte Badezimmer-Tür zu ersetzen hätte. In Gedanken fügte ich an: ‚Und den Boden. Und die Wände. Und die Decken. Und die Fenster…‘ Die Genossin wandte sich mir zu: „Nun zu uns. Erstmal kriegen Sie die Schlüssel.“ Sie überreichte mir vier (!) Schlüsselbünde, deren Gewicht die mittelgroße Hantel einer bekannten Fitnesskette überstieg. Ich nahm die Schlüssel widerwillig entgegen, da sie – wie alles der Wohnung zugehörige – einen eher fragwürdigen Hygienestatus aufwiesen. In Gedanken sah ich mich die Schlüssel in einem Desinfektionsbad auskochen. Und den Topf danach entsorgen. Vermutlich wäre er dann Sondermüll…
„Jetzt zur ToDo-Liste.“ Die Genossin klappte ihre Notizen auf. „Wie Sie gemerkt haben, ist ja hier einiges zu tun.“ Nein, ehrlich? Wo? Sieht doch suuuper aus! Ich würd hier direkt einziehen! Ich bräuchte nur noch einen Topf, wegen der Schlüss… „Folgendes werden wir machen“, die Genossin holte seeehr tief Luft und ratterte dann wie ein Maschinengewehr herunter: „Austausch von Waschbecken, Armatur, Traps. Austausch von Toilette, Spülkasten, WC-Brille, Abflussrohr. Erneuerung der Badewannen-Silikonverfugung. Neue Badezimmer-Tür. Austausch von fehlenden und gesprungenen Küchenfliesen. Überprüfung von Fenster-Griffen und -Dichtungen, Erneuerung der gesamten Fenster-Silikonumrandung. Prüfung der Loggia-Verglasung. Sowie: Austausch der alten Heizkörper.“ Meine Augen waren während dieser schier endlosen Liste zuerst immer größer geworden. Als sie fertig war, verwandelten sich meine Augen in kleine, konzentrierte Schlitze: Die Genossenschaft hatte mir im Februar mitgeteilt, dass der zweimonatige Leerstand zwischen Kündigung und Bezugsfertigkeit ein Tippfehler gewesen sei; die Wohnung würde ab 01.05. direkt weitervermietet werden. Daher war ich davon ausgegangen, dass die Genossenschaft keinen Finger mehr krumm macht. Selbstverständlich freute ich mich, dass nun doch soviel erneuert und repariert werden sollte, insbesonders im Badezimmer, dem Ort des heiligen Grauens. Nur: Ich hatte meine alte Wohnung bereits gekündigt und einen sehr begrenzten Zeitraum für die Renovierung eingeplant, da mich jeder Monat meines Zwei(t)wohnungsbesitzer-Daseins natürlich auch doppelte Miete kostete. Wann genau sollte das ganze Handwerksrudel also anrücken? Während ich hier drin renovierte?! Könnte schwierig werden, die Wände zu streichen, während jemand dieselben blockierte, um zum Beispiel die Heizkörper zu tauschen oder die Fenster zu machen. Kurzum: Die Handwerker waren meinem Renovierungsablaufplan eher hinderlich. Warum hatte die Genossenschaft die Wohnung unter diesen Umständen nicht tatsächlich einen oder zwei Monate leerstehen lassen, wo ich auf diese Wartezeit ja auch vorbereitet gewesen war?!
Während ich noch irritiert ins Leere starrte, strahlte mich die Genossin mit fragendem Blick an. Vorsichtig sagte ich: „Äääh, Danke sehr…“ Sie nickte wohlwollend, sagte: „Herzlichen Glückwunsch zur neuen Wohnung!“ und verließ dieselbige umgehend. Meine Vermutung war, dass sie es in den Räumen auch nicht mehr länger ausgehalten hatte.

Mit einer Gefühlswelt zurückgelassen, die so gar nicht zu einer günstigen Wohnung in bester Lage mit lebenslangem Wohnrecht passte, schaute ich mich um. Das alles gehörte jetzt mir. Inklusive Dreck.

Ich bemerkte, dass noch Licht im Badezimmer war. Angeekelt blickte ich den grau-schwarz-verdreckten Lichtschalter an und überlegte: ‚Vielleicht mit über die Hand gezogenem Shirt?‘, aber ich wollte mein Shirt nicht ruinieren. ‚Eventuell mit dem Ellenbogen?‘, selbes Problem. Ich schaute mich suchend um. Taschentücher hatte ich keine zur Hand, Küchentücher gab es natürlich nicht. Ich seufzte laut, trat einen Schritt zurück, betätigte den Lichtschalter mit dem Fuß und verließ meine „Wohnung“.

 

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Autor: roerainrunner

https://roerainrunner.wordpress.com

45 Kommentare zu “83 | Fliegender, äh kriechender Wechsel – Teil 1: Alterskranke Zwei(t)wohnungsbesitzerin

  1. Ogott , hast du alles überstanden ohne Krätze?

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    • Das kann ich doch noch nicht sagen, das wäre doch spoilern!!!

      (Ja, ohne Krätze, Flöhe und Bettwanzen. Aber ich hatte zeitweise Ausschlag und führe diesen auf Reinigungsmittel zurück *mecker*)

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      • Vor purem ensetzen habe ich *Teil 1* überlesen.Was ist spoilern?
        Hast du das auf Anhieb geschafft mit dem Fuß den Schalter zu treffen?

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        • Genau. Nach aktuellem Stand gibt es sechs Teile. Diese Angabe ist aber ohne Gewähr 🙂
          Spoilern ist das Vorgreifen von Inhalten. Z.B. „In Harry Potter sterben am Ende alle“ 😀
          Jaaa, trotz Übergewicht und Unsportlichkeit hat der Ekel mich zu unglaublichen gymnastischen Bewegungen gebracht 😀

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          • 6 Teile?
            O.k.. Ich geh Popcorn holen. Und Eis. Undsoweiter.

            Du kommst mit dem Fuß an den Lichtschalter? Sportlich.
            Und was ist mit der Schuhsohle?
            Die hat doch die ganze Umwelt KON-TA-MI-NIERT!

            PS:….und man ahnt ja nicht, wie manche Hütten aussehen, wenn man die als Vermieter wieder übernimmt……

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            • Na, mal sehen *Erdnüsse rüberreich* 😀

              Die Schuhsohle war ja sowieso im kontaminierten Bereich!! 😀

              Doch, der Vermieter wusste das. Ich hatte im Februar an einem Montag Besichtigung und Dienstag war die Genossenschaftsdame drin, zur Begutachtung der aktuellen Situation. Es sah bei Besichtigung bereits genauso übel aus… Da hätte ich als Vermieter die ersten Verwarnungen ausgesprochen, dass wenn es bei Übergabe noch so aussieht, sie für die Reinigung und den Mietausfall zahlen werden und hätte den zukünftigen Mieter auch darauf hingewiesen, dass da noch was kommen könnte und er ggf. erst zwei Wochen später einziehen kann, dafür aber Mieterlass bekommt. *grml*

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              • Danke, aber Erdnüsse lieber nicht, da renn ich ja doch wieder bloß zum Zahnarzt. 🙂

                Ich hab hier einen Fall, da hat ein Mieter die 4 Jahre alte Küche (die zur Wohnung gehörte) zerkloppt.
                Nicht etwa mitgenommen – das hätte ich ja noch nachvollziehen können – Küche will man ja haben….aber regelrecht mutwillig zerstört….

                Stimmt schon, was Du schreibst, aber Du hast als Vermieter tw. so wenig Handhabe, das ist nicht mehr feierlich. Und wenn es dann Leute sind, die noch nicht mal pfändbar sind, da kann man sich die Zeit, den Aufwand und vor allem die Nerven sparen.

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                • Dafür hat der Vermieter hoffentlich eine (ausreichende) Kaution vom Mieter erhalten und bestenfalls ein Foto von der Küche, wie diese vor seinem Einzug aussah 😀
                  Und was heißt, nicht pfändbar? Lohnpfändung, Kontopfändung, Pfändung des Eigentums? Irgendwas muss doch gehen 😉
                  Ansonsten: Dem nächsten Mieter ohne Küche vermieten 😀

                  Es gibt halt schwarze Schafe auf beiden Seiten. Allerdings muss ich wirklich sagen, in der Großstadt machen die Vermieter, was sie wollen, weil die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Auf dem Land musst du Mietern die Wohnungen ja richtig anbieten, ggf. noch Renovierungen oder sonstiges zusagen, damit es einer nimmt (und du nicht auf Heizkosten, etc. sitzenbleibst). Aber in der Stadt geht alles. Das Krasseste war der Fall von einer WG, die einen Zeltplatz auf dem Balkon anbot – und der wurde angeblich vermietet! Da tun sich Abgründe auf…

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                  • Zum Thema Pfändung: das hat Grenzen. Oder anders ausgedrückt: Wo nix ist, ist nix zu holen.
                    Leben am Existenzminimum bedeutet in dem Falle, der Vermieter bleibt sitzen auf seinen Kosten.

                    Mit den schwarzen Schafen hast Du völlig recht, und was manche Vermieter abziehen, oder für Ansprüche haben ist zum Teil nicht mehr feierlich.
                    Was die Küche in dem Falle angeht: Kaution war um die 600 Euro – übliche zwei Monatsmieten halt.
                    Über den Anwalt wurde mitgeteilt, das die Küche ja nach vier Jahren Gebrauchsspuren haben müsse.

                    Die Frage stellt sich was der Anwalt hier unter Gebrauchsspuren versteht. Also ausgebrochene Scharniere an ALLEN! Schranktüren halte ich für Absicht. Ebenso Schnitt – man kann auch sagen Sägespuren (0,8cm) tief auf den Arbeitsplatten. In Zukunft nur noch ohne Küche, aber mal ehrlich, bei einer Küche von um die 5000€ geh ich davon aus, das die länger als vier Jahr schafft.
                    Die Küche war ja auch nur die Spitze vom Eisberg.

                    Ein großer Vermieter kann ja so was noch kompensieren, aber ein Zwerg, der seine Einliegerwohnung vermietet, weil er die Kohle braucht?

                    Und Du kannst davon ausgehen, das die nächsten zukünftigen Mieter mit einem gewaltigen „Misstrauensvorschuss“ ins Rennen gehen….verübeln kann ich das nicht, das der quasi „durchleuchtet“ wird.

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                    • Hier ist es normal, dass man eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, Schufa-Auskunft, die letzten drei Gehaltsabrechnungen und ein Bewerbungsformular (Anzahl Kinder, Haustiere, Musikinstrumente, etc.) vorweisen muss. Des Weiteren muss man je Wohnungsgröße/Miete einen bestimmten Nettoverdienst vorweisen können, sonst kommt man gar nicht an. Des Weiteren gelten hier drei Monatsmieten Kaution bzw. entsprechende Genossenschaftsanteile und Mitgliedsgebühr.
                      Verstehen kann ich das schon. Ich versteh aber auch Leute generell nicht, die Dinge mutwillig kaputtmachen. Wenn mir sowas passiert, muss ich dafür geradestehen. Aber ne Tür abreißen? 😉

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                    • Und genau so läufts eben jetzt auch mit den ganzen Unterlagen.

                      Da haben eben jetzt wieder ganz viele vernünftige Leute keine Chance mehr wegen zwo Idioten.

                      Und ich versteh eben Leute, die absichtlich das Zeug von anderen Menschen kaputt machen auch nicht.

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  2. Ein wenig hört sich das wie ein Horror Film an. Ich fürchte, das war erst der Anfang.
    Mein Instinkt sagt mir, dass es in der Fortsetzung um Organisationstalent und Ekelüberwindung geht. 😊

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  3. Nur sehr zögerlich habe ich auf gefällt mir geklickt, denn der Bericht ist eher gruselig und ich bin froh, nicht dabei gewesen zu sein. Außerdem wurde mir dieser Beitrag von WP vorenthalten, daher habe ich mit fast 14-tägiger Verspätung jetzt erst und rein zufällig entdeckt und befürchte nun, dass ich die ganze Nacht von dieser Horrorwohnung träume. Aber da du noch drüber schreiben kannst, freue ich mich, dass du den Anfang überlebt hast 😉

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    • Ich hatte den Blog aufgrund von DSGVO-Verunsicherung auf privat gestellt. Der Beitrag war erschienen, als er noch privat war. Du konntest ihn also gar nicht lesen 😉

      Nach aktuellem Stand nimmt diese Artikel-Serie ein gutes Ende. Wobei ich sagen muss… Nun, ich habe in meinem ganzen Leben nur einen Glückskeks gegessen und sein Inhalt lautete „Du wirst viele Hindernisse überwinden.“ Ich habe mich darüber beschwert, mit den Worten: „Heißt das, es werden viele Hindernisse auf mich zukommen?!“ Der Glückskeksspruch passt sehr gut zu meinen Erlebnissen 🙂

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      • Ach, war mir doch so, als sei dein Blog verschwunden gewesen. Meinen hatte ich auch privatisiert, es aber nicht lange durchgehalten.

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        • Ich bin immer noch stark verunsichert, weil ich gern mal konkrete Expertenmeinungen hören möchte. Aber ich seh auch nicht, dass diverse private Blogs plötzlich einer Abmahnwelle zum Opfer fallen. Insofern…
          Mein Blog ist schon irgendwo auch mein Baby. Immerhin stecken fast alle literarischen Ergüsse in ihm 😉

          Schlaf gut, HAR HAR HAR 😀

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  4. Du musst so einen Teppichleim als Bodenbelag nur als altmodische Alarmanlage betrachten …. 😉

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  5. Oh weia, da ist tatsächlich viel passiert. Ich habe auch einen Umzug gehabt, allerdings von wordpress.co auf deinechristine.de …. auch nicht reibungslos DSGVO und so… und … meine follower sind futsch und ich muss schauen, wo ich sie finde…. Also haben wir Beide was zu tun. Ich hoffe bei dir sieht es schon besser aus. LG Deine Christine

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  6. Ich will ja nicht nörgeln….
    aber:
    Popcorn ist da, Chips sind da, Bier ist da…..
    Wann gehtn das Kino weiter???????

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    • Ich bin leider immer noch im Post-Umzugsstress bzw. Einrichtungsstress. Manche Dinge sind leider dringender (z.B. dass ich seit dem Einbau des neuen Herdes quasi nicht mehr hausratsversichert bin… *grusel*) und daher müsst ihr euch gedulden *gleich mal Popcorn, Chips und Bier rationier* 😀

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      • Statt Elektroherd Steinzeitfeuerstelle eingebaut? 😉
        Das wird bestimmt interessant.
        Im Teil acht oder so.

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        • Es ist ein ganz normaler E-Herd, der aber nicht an Starkstrom (400 Volt) angeschlossen ist, sondern einen normalen Anschluss (220 Volt) und obwohl jeder Elektriker das einfach überbrückt und da kein Problem sieht (im schlimmsten Fall fliegt halt die Sicherung raus…), macht die Versicherung Ärger. Verstehen tu ich es auch nicht. Aber diese eine Versicherung nervt mich eh, also ist das ein guter Grund zum Wechseln *Näschen rümpf* 😉

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  7. Hallo Roery, du machst dich rar hier…*singsing

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    • Ja, siehe Sylanas Kommentar, es gilt leider immer noch:
      „Ich bin leider immer noch im Post-Umzugsstress bzw. Einrichtungsstress. Manche Dinge sind leider dringender (z.B. dass ich seit dem Einbau des neuen Herdes quasi nicht mehr hausratsversichert bin… *grusel*) und daher müsst ihr euch gedulden *gleich mal Popcorn, Chips und Bier rationier*“ 😦

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  8. Ich wusste noch nicht mal das es solche Elektroherde gibt.Vielleicht sträubt sich die Versicherung weil bei Stromunterbrechung(wenn die Sicherung rausfliegt) andere Geräte beschädigt werden können?
    Auf jeden fall wünsche ich dir ein fettes OOOOOOOOOOOOOHHHHHHHHMMMM.

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  9. Habe gerade erst diesen Blog entdeckt. Wohnungsgeschichte gelesen. Jetzt ist mir übel. Komme trotzdem mal wieder.

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  10. Na ja, ich fühle mich auch gut unterhalten. Ist eben wie ein thriller, man stirbt fast vor Angst, schaut aber trotzdem. Viel Spaß in der neuen Wohnung wünsche ich Dir und vielleicht dehnt sich die Badewanne mit der Zeit noch etwas aus.

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  11. Pingback: 85 | Fliegender, äh kriechender Wechsel – Teil 2: Reviermarkierungen | Roe Rainrunner

  12. Wahnsinn! Lese gleich den Teil 2.
    Sonderbarerweise zeigt Reader deine Beiträge nicht an….

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