Roe Rainrunner

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93 | Weibliche Bedürfnisse

67 Kommentare

Theoretisch bin ich eine MINT-Frau.
MINT steht für „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.“
Praktisch hab ich aber nichts davon studiert und daher darf ich mich maximal „IT-Frau“ nennen.
Ehrlich gesagt denke ich bei „MINT-Frau“ auch eher an eine weibliche Person, die einen Kranz aus Pfefferminze trägt…

Oft höre ich die Frage, ob das in der IT-Branche denn heute immer noch so sei, ein Männerberuf? Fällt man als Frau noch auf?
Für mich war es nie etwas Besonderes, diesen Beruf auszuüben. Ich habe ihn aus denselben Gründen ergriffen, aus dem vermutlich die meisten ihren Beruf erwählen: weil ihnen die Tätigkeit Spaß macht! So kam ich mir auch nie als „die eine Frau unter den vielen Männern“ vor.
Wenn ich aber an Bewerbungsgespräche denke, dann straft mich meine Vorstellung Lügen…

Es ist schon eine Zeitlang her. Ich hatte einen Termin für ein Bewerbungsgespräch auf eine Stelle als Software-Supporterin bei einem Unternehmen mit 250 Mitarbeitern, das seinen Standort in einer deutschen Großstadt zu verorten weiß.
Man empfängt mich freundlich und wie immer muss ich über den vereinbarten Termin hinaus noch 30 Minuten warten, bis sich jemand meiner annimmt. Hände werden geschüttelt und man führt mich in einen kleinen Meeting-Raum, in dem mich knapp ein Dutzend neugieriger männlicher Gesichter begrüßt. Man überlässt mir die eine Seite des Tisches und okkupiert selbst die andere. Ich lasse mir die Überraschung nicht anmerken, komme aber nicht umhin mir zu denken: ‚Wow, wie bei einem Erschießungskommando!‘
Das Gespräch dümpelt friedlich aber flüssig dahin; es wird sich gegenseitig beschnuppert, Informationen ausgetauscht, Qualifikationen abgeglichen. Bis…
„Sie äh… ähm… wären bei uns übrigens, die… ähm, also… die erste Frau in der Technik.“ Als Pseudo-Minze
kennt man diesen Satz. Er überrascht dennoch immer wieder. Was soll man darauf antworten? ‚Waaas, die erste Frau? Haben Sie sonst noch nie eine von uns gesehen??‘ oder vielleicht ‚Oh ehrlich, Sie haben sonst keine einzige andere Frau hier?! Also so will ich den Job hier aber nicht annehmen!‘

Tatsächlich hatte sogar unsere Berufsschule die Auflage, dass in einer Informatik-Klasse immer mindestens zwei Frauen sein müssen. Der Klassenlehrer erklärte uns auch warum: „Damit sich die Eine nicht so alleine fühlt!“ Klar, wer kennt das nicht: Man trifft jemanden, der das gleiche Geschlecht hat wie man selbst und: „Heeey, Mensch, hallo, schön dich zu sehen (umarmt die wildfremde Person)!“ – „Ja klasse, ich freu mich auch total (Küsschen links und rechts)!“ Niemand. Jemals!
So kam es, dass meine Mitschülerin, eine sehr reife junge Frau Mitte/Ende 20, mit mir 17-Jährigem Teenie-Pubertäts-Rebell kaum etwas anfangen konnte. Nur einmal die Woche in der Umkleidekabine vor dem Sportunterricht spielten sich zwischen uns herzliche Dialoge ab: „Moin (murmel)“ – „Jo (brummel)“.

Ich glaube, Firmen sehen sich (aus welchen Gründen auch immer) in der Pflicht, den Umstand des Einzelweibchens erwähnen zu müssen. Tatsache ist, liebe Unternehmen, wer als Minze oder Pseudo-Minze unterwegs ist, kennt das eh schon und es wäre eher auffällig oder absonderlich, wenn in der IT-Abteilung 50% Frauen sitzen würden („In wat für’m Harem bin isch denn hier jelandet?!“)

Trotzdem muss man im Bewerbungsgespräch auf die vorsichtig formulierte Information, welche meist von starkem Erröten und fragend hochgezogenen Augenbrauen gefolgt wird, irgendwie reagieren. Daher sage ich zur Auflockerung der dann entstandenen, angespannten Situation immer folgendes: „Hach, super, dann hab ich die Frauentoilette ganz für mich alleine, ha ha!“ Meist lachen dann alle Anwesenden (egal ob nur zwei oder fünftausend, so wie an diesem Tag) ein bisschen und dann ist wieder gut. Doch…

Die Gruppe senkte geschlossen verschämt die Häupter, leises Murmeln war zu hören. Der Personalchef schaute mich hochpikiert an.
Ich kam ins Schwitzen.
Was war denn passiert? Hatte ich versehentlich den Eindruck vermittelt, den gesamten Tag auf dem Klo zu verbringen??
Ich ging die Situation im Kopf nochmal durch, räusperte mich und überlegte, was ich sage, um die Luft, die mittlerweile zum Schneiden dick war, wieder zu erfrischen. Ich wollte gerade den Mund öffnen, um mich zu äußern (wie genau, wusste ich auch noch nicht), da kam mir der Personalchef zuvor und kommentierte trocken: „Wir haben keine Frauentoilette!“ Daraufhin war ich dann an der Reihe mit den komischen Gesichtsausdrücken.
Er fügte beeilend hinzu, dass eine Frauentoilette schon vorhanden sei, jedoch nicht in dem Flügel, in dem die Techniker arbeiten. Also, ähm, genaugenommen schon, aber sie wäre verschlossen, damit man sich die Kosten für das Reinigungspersonal sparen kann…
In mir ratterte es: Diese nicht gerade kleine Firma hatte noch nie weibliche Techniker eingestellt. Und wenn sie es täten, müssten sie nicht nur mit Personalkosten, sondern auch steigenden Reinigungskosten kalkulieren?! Ich hatte meinen Hut gedanklich schon genommen.

Unerwartet wurde ich doch eingestellt. Und bereits am dritten Tag meiner Tätigkeit wurden die Frauentoiletten im Techniker-Flügel des Gebäudes aufgeschlossen.
Vermutlich hatte der Geschäftsführer solange gebraucht, um die Schlüssel wiederzufinden…

Wenn ich die Geschichte erzähle, fragen mich die Zuhörer immer, was ich denn bis dahin gemacht habe? Ich beuge mich dann verschwörerisch vor und sage leise: „Kennt ihr diese klassischen Büro-Pflanzen, die alle diese Ton-Kugeln im Topf haben? Ja, genau, Seramis! Das Zeug hat dieselben Eigenschaften wie Katzenstreu…!“
Natürlich nicht! Es gab im anderen Gebäude-Flügel eine Sekretärin, eine Vertrieblerin und eine Buchhalterin, ebenso Meetingräume für Besucher*innen. Und dort befand sich auch eine (aufgeschlossene!) Damentoilette. Ich musste nur, wenn die Blase ganz leicht drückte, früh genug losgehen, damit ich mich – wenn’s dann wirklich dringend war – rechtzeitig vor Ort einfand.

Übrigens: Ich habe damals extra auf die Uhr geschaut, liebe Leser: Es war 2009, nicht 1969, wie man vielleicht vermuten könnte...

 

Autor: roerainrunner

https://roerainrunner.wordpress.com

67 Kommentare zu “93 | Weibliche Bedürfnisse

  1. Ich sinniere gerade darüber, ob Spaß an der Tätigkeit wirklich das Kriterium ist, nach dem „die meisten ihren Beruf erwählen“ … Viele, ja, sicherlich, aber die meisten …

    Vielleicht bin ich aber auch nur desillusioniert, da ich seinerzeit genommen habe, was ich kriegen konnte. Was wiederum dazu führte, in einem eher frauendominierten Beruf gelandet zu sein, was, wenn man mal ehrlich ist, einen der wenigen Pluspunkte des Berufs darstellt. 🙂

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    • Daher steht da „vermutlich die meisten“. Ich hatte noch etwas anderes auf Platz Nummer 1, allerdings wurde das als „brotlose Kunst“ eingestuft und ich wollte nicht mit Mitte 50 immer noch bei meinen Eltern leben 😀

      Ist Frauendominanz denn ein Pluspunkt? Arschlöcher gibt’s überall und ob man nun von Frauen oder Männern gemobbt wird… Scheiße fühlt man sich so oder so… 😉

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      • Mein durch Zeitunglesen geschultes Auge hat ganz selektiv das „vermutlich“ tatsächlich überlesen. 🙂

        Mein Platz 1 wäre ein geisteswissenschaftliches Studium gewesen, das wurde aber seitens meiner Eltern wohl ebenfalls als „brotlose Kunst“ eingestuft, weswegen es später teilnachgeholt wurde.

        Und ja, Frauendominanz ist aus meiner Sicht durchaus ein Pluspunkt. Mögen Sie sich auch untereinander gelegentlich die Augen auskratzen, empfinde ich Frauen als Gesprächspartner am Arbeitsplatz als wesentlich angenehmer, weil man mit ihnen über ein viel größeres Themenfeld diskutieren kann. 🙂

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        • Tatsächlich habe ich die letzten fünf Jahre in einem reinen Männerteam (acht Leute in Summe) gearbeitet und die Themen sind teilweise erschreckend „weiblich“: „Als ich gestern die Windel gewechselt hab, kam mir erstmal ein Strahl entgegen. Superklasse!“ – „Ja, wenn du einen Jungen hast, musst du aufpassen, dass der Schniepel immer nach unten liegt, die pullern sich sonst teilweise selbst voll!“ – „Mädchen sind ja soviel einfacher sauberzumachen!“ – „Solang man nur angestrullt und nicht angekackt wird“ – „Oh ja“ – „Yep, furchtbar“.
          Man steht – als kinderlose Frau – irritiert daneben (und lässt sich gedanklich sterilisieren, weil: iiih!!!)

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  2. Die Deutschen hinken entwicklungsmässig überall hinterher.
    In meiner Generation wurden alle MINT Freundinnen aus ihren Jobs gemobbt. Die Männer blieben lieber unter sich und zeigten das deutlich. Da konnte der Job noch so viel Spaß machen.
    Dagegen ist eine fehlende Toilette ein Kinderspiel.😁
    Klasse Text zum Schmunzeln 😀

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    • Und doch war’s wichtig, dass sie es versucht haben, damit es heute normal(er) ist 😉 🙂

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      • Das denke ich auch. Bei meinen Söhnen ist es 50/50. Sie sind aber auch davon genervt, dass Quotenfrauen eingestellt werden.

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        • Hör mir auf. Kumpel sagte gestern zu mir „Bewirb dich doch bei uns. Da wirste als Frau sofort eingestellt.“ Ja, super Qualifikation 😀

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          • Genau, das meine ich. Irgendetwas läuft da schief. Wer möchte Quotenfrau sein???

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            • Tja. Auf der anderen Seite: Es ewig so weiterlaufen lassen, ist ja keine Lösung. Denn von selbst stellen die „weißen alten Männer“ keine Frauen ein.
              Aber erzwungene Einstellungen, die den Ruf der Damenschaft ruinieren, bringen auch nichts.
              Schwierig :-/

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              • Ja…..nach außen sieht es heutzutage halt nicht gut aus, wenn fast nur Männer in einer Abteilung arbeiten.
                Der Wechsel findet sehr langsam statt. Deutsche Firmen sind bekannt dafür, vergleichsweise sehr konservativ zu sein. Die neue Generation zum Glück weniger.

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                • Wobei grad die Startups witzigerweise als frauenfeindlich gelten. Also gar nicht mal das Gründen, ich hab irgendwo gelesen, dort wäre die Gender-Pay-Gap auch höher.

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                  • Sie sind oft die schlimmsten Ausbeuter…. in jeder Beziehung…. zumindest sind das meine Erfahrungen. Als meine Jungs Studenten waren, hat man bei McD mehr verdient.🙄

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                    • Ja, wenn man sich auf Bewertungsportalen umsieht, sind gerade die in Zeitungen gelobten neuen modernen Startups richtig scheiße. Würd ich mir freiwillig nicht antun wollen. Vor allem weil so mancher Gründer zwar Ahnung von seinem Produkt und ggf. sogar noch Kalkulation hat, aber nicht von Arbeitsrecht…

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                    • Ja und wir sind alle Freunde 🙄arbeite ruhig mal am Wochenende….

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                    • Oh, gruseligstes Startup: „In der Mittagspause machen wir immer gemeinsam Yoga und abends trinken wir Bier. Und einmal im Jahr fahren wir für vier Tage über ein langes Wochenende nach MeckPom in ein Ferienhaus.“ Ja klar, Leute, das nennt man „Freizeit“ und sollte frei zu gestalten sein. Auch dieser Gruppenzwang!

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                    • Für mich wäre das auch nix, ich kenne aber Leute, die finden das göttlich, in ihrer Freizeit ihre Kollegen noch zu nerven.

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                    • Naja, es zielt halt auf dieses ganze „Mach dein Hobby zum Beruf“-Ding und „Verbring viel Zeit mit deiner Familie – mach deine Kollegen zur Familie“-Ding ab. Klar, es gibt sicherlich gerade Gründer oder Geschäftsführer, für die sich das so anfühlt. Aber der normale Arbeiter weiß genau: Da gibt’s Leute, die ich mag (da kann man sich freiwillig privat treffen) und Leute, die würd man – wenn man nicht mit ihnen arbeiten müsste – nicht mit dem Arsch anguggen! Und die will man nich noch in seiner Freizeit aushalten müssen…

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                    • Eben….. es hält einen niemanden davon ab, sich privat mit Kollegen zu treffen. Dann wächst das Verschmelzen auf eigenem Mist.

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  3. Seramis 🙂

    Sonst so? In der Industrie ist das nicht mehr unbedingt ein Thema, Gleichbehandlung jedoch ein anderes …gibt es doch raffinierte Konstrukte, Frauen selbst in tarifgebundenen Betrieben „günstiger“ zu beschäftigen als Männer. Persönlich schätze ich nette Kolleginnen, also diejenigen mit der richtigen Mischung aus Horizont, Parfum und Körpergeruch und meinetwegen auch streitbaren Charme 🙂

    Grüße!

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  4. Ich hatte heute Vormittag folgenden Gedanken-Ablauf beim Schreiben eines Briefentwurfs: „Liebe Kollegen“ … äh, nee, politisch unkorrekt, machen die Kollegen zwar immer so, aber wenn ich das mache sieht’s vielleicht doof aus … „Liebe Kolleginnen und Kollegen“ … Moment – sind da überhaupt Innen in der Adressatenliste dabei? … Ja, eine … Oder – ist Mathisa XY eigentlich eine Frau? … ich google mal … super, eine Seite mit Foto … Menschen mit Vollbart sind meiner Erfahrung nach meistens Männer und Mathisa heisst eigentlich Matthias … na gut … „Liebe Kollegen“ …

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  5. ich habe in meinen teams, so ich denn einfluss darauf hatte immer auf eine satte frauenquote hingewirkt. das ist gut für den teamspirit, und auch die faulen säcke wollen sich manchmal mit leistung in den vordergrund stellen. so einfach ist das 😉

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  6. Prima gemacht. Du hättest auch sagen können: „Dann verbessert sich nun das Betriebsklima und das Miteinander“
    Aber so ging es dann wohl auch.

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    • Weil eine Frau kommt?
      Nicht zwangsweise. Es gibt einige Leute, die Angst haben, dass Frauen Unruhe reinbringen. Stichwort „Geflirte/Gebaggere“, aber auch weil dumme Sprüche fallen (könnten). Das sorgt in den Augen einiger Unternehmer/Geschäftsführer eher für Ärger 😀

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        • Weiß nicht. Ich hab es erlebt, dass Kunden mit mir „geflirtet“ haben, fast schon hin zur Belästigung und die Vorgesetzten wussten nicht, wie sie damit umgehen sollten. Ich hab in einigen Gesichtern gelesen, dass es wohl besser wäre, man hätte keine Frau im Team, dann hätte man solche „Probleme“ jetzt nicht…

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          • Dann lass dich doch nicht darauf ein. Bist doch erfahren genug, oder ? 🙂

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            • Worauf einlassen? Das Geflirte?
              Konkret wollte ein Kunde ein Foto von mir haben. Ich hab gelacht und gesagt, er bekommt keins. Das war beim ersten Telefongespräch.
              Beim zweiten hab ich ohne Lachen nein gesagt.
              Dann hat er mir an mein persönliches Postfach ein Foto von sich geschickt.
              Beim dritten Anruf von ihm war ich nicht mehr ganz so erbaut.
              Es hält einfach den Betrieb auf, wenn Kunden anrufen und keine vernünftigen Fragen stellen, sondern rumnerven, weil sie ein Foto wollen. Wie genau willst du da nicht „drauf eingehen“? Es sind Geschäftskunden, einfach auflegen is nicht, das ruiniert die Kundenbeziehung.

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              • Dann musst du energischer sein und wenn dich jemand belästigt, ruiniert derjenige sich selbst und nicht die Kundenbeziehung.

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                • Das finden die Geschäftsführer aber nicht so pralle, wenn du einem Kunden sagst „Hör mal zu du Kackbratze, noch ein Ton und kriegst ne Anzeige!“
                  Dann flennen die Kunden nämlich rum, dass der Supporter böse war… Und was glaubste, wer dann schuld ist? Der, der das Geld bezahlt oder der, der Geld für seine Arbeit will? Und dann wirst du als Frau als Problem deklariert und bist draußen.

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                  • Nun beruhig dich erstmal.
                    Kackbratze sagt man nicht, das ist herabsetzend und beleidigend. Ein eindeutiges Nein, danke sollte reichen. Wenn’s weiter geht, zum Chef gehen und melden oder die Emails weiterleiten.

                    Davon fliegst du nicht raus und die Sache wird erledigt.

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                    • Ich reg mich auf, weil mir Leute, die nicht dabei sind, sagen wie es läuft 😉
                      Wenn der Chef bereits die Haltung hat, dass Frauen Probleme machen, brauchst du an diesen Chef die Mails nicht weiterleiten, weil er dir sonst sagt, du hättest etwas gemacht, was den Kunden dazu gebracht hat, so zu reagieren. Auch das habe ich schon erlebt.
                      So einfach isses in der Realität nicht, wie du dir das scheinbar vorstellst 😉

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                    • Wenn der Chef die Haltung hat, ist es ein ziemlich dummer Chef.

                      Ich arbeite mit vielen Menschen zusammen, im Home Office, dort naturgemäß viel am Telefon und auch im Großraumbüro. Und ja, es ist so einfach. Wenn eine Frau belästigt wird, auch nur verbal oder per Email, ist der Vorgesetzte sogar verpflichtet, zu reagieren. Tut er es nicht, nimmt er dieses Gelästigung billigend in Kauf.

                      Wenn dein aktueller Chef so tickt, such dir besser etwas Neues. So ein Verhalten ist weder zeitgemäß, noch akzeptabel.

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                    • Korrekt, er ist ein Depp. Ich sagte auch nur, dass es vorkommt. Ich hab das Verhalten selbst nicht bewertet.

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                    • Ohne dir Böswilligkeit unterstellen zu wollen..
                      Aber wenn du dir das von dir geschriebene nochmal durchliest, findest du es nicht etwas überheblich, Roe erst indirekt zu unterstellen, am Verhalten des Kunden (mit) Schuld zu sein („Dann lass dich nicht drauf ein“ impliziert ja, dass sie das getan hätte, auch wenn das vorher mit keiner Silbe erwähnt wurde), und ihr dann ungefragt zu sagen, wie sie sich doch besser verhalten solle, und das auch noch im Tonfall einer Anweisung (Dann musst du…)?
                      Ohne in der Situation dabei gewesen zu sein und (aufgrund deines Namens gehe ich davon aus du bist männlich) ohne zu wissen wie es ist, als Frau von einem Mann belästigt zu werden?

                      https://www.watson.de/leben/feminismus/214429055-aufgepasst-maenner-so-vermeidet-ihr-mansplaining

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                    • Bei allem Respekt, bist du Teil dieser Konversation?

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                    • Nö. Aber da die wir uns hier im Internet befinden, steht es mir ja frei, daran teilzunehmen. Genauso, wie es dir frei steht, das zu ignorieren, was ich schreibe. Oder halt dich konstruktiv damit auseinanderzusetzen.

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                    • Dieses Recht gibt es nicht, es ist vielmehr ein Dazwischenbrabbeln, das ich auch so wahrnehme.
                      Vermutlich habe ich mehr Trainings zu dem Thema in meinem Leben durchlaufen als du, insofern äußere ich mich. Das kannst du gut oder weniger gut finden, beides ist mir einerlei.

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                    • Du hast ein Training dazu durchlaufen, wie man sich als Frau bei Übergriffigkeit verhalten soll? Interessant.
                      Und das gibt dir das Recht, Situationen zu beurteilen, und Frauen ungefragt zu sagen, wie sie sich verhalten „müssen“?

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                    • Was hast du denn geraucht ?
                      Üblicherweise durchläuft jeder Mitarbeiter in großen Firmen einmal pro Jahr ein solches Training, in dem es auch um Belästigungen am Arbeitsplatz geht, Ja, natürlich sagen ich auch Frauen, wie sie sich dann am besten zu ihrer eigenen Sicherheit dabei verhalten sollen, denn der Arbeitgeber hat eine Aufsichts- und Fürsorgepflicht.

                      Und wenn dir das nicht passt, darfst du gern andere Menschen zuspammen, verstehst du ??

                      Im Gegensatz zu dir weiß ich nämlich, in welchem rechtlichen Umfeld ich mich und die Autorin sich bewegt.

                      Hast du das nun verstanden oder soll ich deutlicher werden ?

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                    • Es geht hier doch nicht um die rechtliche Situation, jedenfalls habe ich nie darüber gesprochen.. Das einzige was ich gesagt hab war, dass ich es nicht okay fand auf welche Art du ihr das mitgeteilt hast. Kannst du alles gern in meinem ersten Kommentar nochmal nachlesen.. Das einzige was ich angeregt habe war, dass du dich damit auseinandersetzt. Kannst du machen, kannst du aber auch lassen.

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                    • Das rechtliche Umfeld ist hier vor allem, dass niemand beleidigt („Was hast du denn geraucht“) oder bedroht wird („Hast du das nun verstanden oder soll ich deutlicher werden“).
                      Heywhatsmynameagain hat die eigene Meinung ausgedrückt. In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit. Der Kommentarbereich ist für alle WordPress-User und Leser ohne Account einsehbar.

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                    • Ich habe weder beleidigt noch bedroht.
                      Für Penetranz und Ignoranz habe ich aber heute Abend wenig übrig. Weitere Begriffe möchte ich mir sparen.

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                    • Ja, es gibt Kurse, wie man sich in allen möglichen Situationen verhält – die Kurse stellen den Optimalfall dar.
                      Die Realität kann anders sein.

                      Nehmen wir als unverfängliches Beispiel den Erste-Hilfe-Kurs bzw. den „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“-Kurs. Letzteren hat jeder, der einen Führerschein besitzt. In diesen Kursen lernt man, wie man sich im Falle, dass man einer hilflosen Person begegnet, im Optimalfall verhalten sollte.
                      Statistiken und reale Beispiele zeigen, dass Menschen jedoch oft genug an hilflosen Personen vorbeigehen bzw. nicht reagieren – die Gründe hierfür sind unterschiedlich und für das Beispiel irrelevant.

                      Man kann also sehr wohl sagen „Im Optimalfall sollte es so und so laufen.“ Und eine andere Person kann sehr wohl sagen „Ich habe es erlebt, dass es in der Realität anders gelaufen ist.“
                      Es geht an dieser Stelle nicht um Recht oder Unrecht, oder Wahrheit oder Lüge. Es sind zwei Sachverhalte, welche nebeneinander im Raum existieren können. Wir sollten für alle ggf. möglichen Sachverhalte offen sein.

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                    • Ich denke, die Diskussion ist an dieser Stelle beendet.

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  7. Hallo,
    ich finde die Geschichte gut geschrieben und sie war ganz entspannt spannend.
    Mir ist dabei jetzt eingefallen, dass ich dazu neige, versehentlich Frauentoiletten zu benutzen, wenn`s mal richtig drückt. Hab dabei sehr erotische Momente erlebt 🙂 😉 … peinlich berührt.
    Vielleicht sollte ich mal darüber nachdenken, bei mir zu Hause eine Frauentoilette für erotische Erlebnisse einzurichten.
    Spaß muss sein!
    LG
    Jürgen aus Loy (PJP als Blogger)

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    • Ich dachte, das machen nur Frauen 😉

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      • Ich habe wohl eben viel mit den Frauen gemeinsam, und es handelt sich bei mir vielleicht um eine Art `Freudschen Fehlgriff´ bei der Auswahl der richtigen Toilettentür 😉
        Aber mal ganz im Ernst: ich komme mit Frauen generell besser klar als mit Männern.
        Dazu hab ich ihnen 2015 mal einen Artikle gewidmet, den ich nochmal psychologisch aufarbeiten müsste:
        https://4alle.wordpress.com/2015/10/17/hs-frauenpower/
        Ganz aktuell verfolge ich auch wieder ein sehr interessantes Projekt mit einer `Powerfrau´…
        Ich würde mich jedenfalls freuen, dich mal auf der Toilette anzutreffen 😉
        Mach`s gut!
        Jürgen aus Loy (PJP)

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        • Hallo nochmal kurz zurück,
          ich bin auch aus gutem Grund mit Pseudo im Internet unterwegs.
          Caroline (der einzige Name, den ich bei dir gefunden habe) finde ich wirklich gut!!!
          Ja und zu meinen Hobbies kann ich nur sagen, dass sie den deinen sehr gleichen. Ich repariere gerne alles mögliche und mache Erfindungen, die mir so spontan einfallen. Gestern zB ist mir der Regen mal wieder so auf den Geist gegangen, dass ich aus meinen Kaminofen einen Pizzaofen gemacht habe.
          Bis jetzt nur privat weitergereicht (war allein zu Haus) und hier jetzt exclusively for you 🙂 ;-)…
          Sorry, dass ich mich hier so ausbreite, aber mit likes allein kann ich nichts anfangen.
          Über meinen Kaminpizzaofen werd ich später mal berichten.
          Mach`s gut, bleib lieber anonym und genieße hin und wieder auch den Augenblick!
          Jürgen aus Loy (PJP)

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          • Caroline gefällt mir auch gut. Ist aber der Name der Designerin meines Blogbanners 🙂

            Wenn’s in den Ofen regnet, wird die Pizza dann nicht nass? 😀

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            • Ich weiß, dass Caroline deine Designerin ist. Wer hat schon eine solche Mitarbeiterin…hab mir ihre Arbeiten schon angesehen.
              In einen Ofen kann es doch nicht reinregnen.. 😉 …
              Ich hätte meine Idee schon lange veröffentlichen können, aber es fehlt mir schlichtweg an der Zeit. Früher hatte ich noch nicht so viele Themen, über die sich sich zu schreiben lohnte. Heute ist es umgekehrt, und ich habe viel `auf Halde´ liegen.
              Alles hat seine Zeit, eins nach dem anderen.
              Ich wünsche dir noch viele schöne Texte, wie diese wunderbare Toilettengeschichte, und ich achte jetzt immer auf die richtige Tür!!
              Bis denn mal wieder
              Jürgen aus Loy (PJP)

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  8. Seltsamerweise taucht dieses Problem – nicht die wohlverschlossene Klotür, vielmehr diese aberwitzige Gefahr der inadäquaten Anmache – immer dann auf, wenn Frauen plötzlich an einem Arbeitsplatz auftauchen, an dem man diese Sorte bisher nie sah, wo sie nicht hingehören.
    Eigenartigerweise gibt es das Phänomen überhaupt nicht bei Sekretärinnen, Friseurinnen, Masseurinnen, Krankenpflegerinnen und ganz besonders überall im Verkauf… schon eigenartig, nicht? Vermutlich sind das geschlechtslose Wesen. Oder ist das dann keine Anmache, wenn man der vermutlich rangniedriger gestellten Person eine nette Zeit anbietet, lebenslang oder für ein halbes Stündchen?

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    • Puh, darüber habe ich noch nie nachgedacht. Subjektiv habe ich tatsächlich das Gefühl, dass sich in Männerdominierten Branchen eher an Weibchen rangepirscht wird. Frau hat die Wahl zwischen „herabgesetzt werden“ oder „sich belästigen lassen“.
      Aber besteht das Problem in eher frauendominierten Berufsgruppen nicht auch? Berichten nicht gerade viele Sekretärinnen davon, dass der Chef sich ihnen unangemessen genähert hat?
      Ein Grund dafür, dass es (zumindest gefühlt, ich habe keine Zahlen!) weniger vorkommt, könnte der sein, dass die anderen Frauen – wenn sie es mitbekommen – sich stark machen und entsprechende Personen in ihre Schranken weisen. Ist man die einzige Frau oder eine von wenigen in einer Männerdominierten Branche, findet man selten(er) Rückhalt.
      Nachdem mich ein Kunde einmal via E-Mail meines Erachtens nach anmaßend behandelt hat („Schade, dass wir nicht mehr wegen des Problems telefonieren können, ich fand Ihre Stimme sehr sexy. Aber vielleicht fügen Sie mich auf Facebook hinzu…“) hat mich der Bereichsleiter/Prokurist, der diese E-Mail ebenfalls gelesen hat, mich nur mit einem vorwurfsvollen Blick bedacht. So als hätte ich irgendetwas gemacht, dass das Verhalten des Kunden provoziert hätte!! Da fühlt man sich noch schlechter und verkriecht sich nach solchen Situationen eher im Schneckenhaus, als dagegen zu kämpfen.
      Ich hatte allerdings bei einem anderen Vorfall einen Teamleiter, der sich tierisch aufgeregt hat, und rumbrüllte, dass wir eine Technikhotline und keine Sexhotline sind und ob der Kunde den Arsch offenhat. Super Typ; hat sich sehr viel besser angefühlt 😉

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      • ja eben. Ich habe neulich erst von einer Kollegin gehört, deren hübsche Schwester neben teuren Autos stehen und sie gut aussehen lassen darf und daneben noch den Kaffee bringen und dies und das. Sie wurde prompt – nicht direkt, sondern über Kollegen! – zu einem Wochenende von so einem Fettautofahrer eingeladen. Der sein Auto mit Weib und Kind zu holen pflegte. Autos, naja, insgesamt auch Männerdominiert, sicherlich. Aber ich glaube mit dem anderen, der Solidarität ist es nicht so weit her…

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